Kurz gesagt: Etsy berechnet 0,20 US-Dollar Einstellgebühr, 6,5 % Transaktionsgebühr auf Artikelpreis und Versand sowie in der EU meist rund 4 % plus 0,30 € für die Zahlungsabwicklung. Bei einem Verkauf für 20 € plus 4,90 € Versand sind das zusammen 3,11 €, also 12,5 % des Bestellbetrags. Kommt der Verkauf über Offsite Ads, fallen zusätzlich 15 % an, und die Gebühren steigen auf 27,5 %.
Auf Etsy sieht ein Verkauf für 20 Euro erst einmal gut aus. Wie viel davon wirklich bei dir bleibt, siehst du erst, wenn du alle Gebühren, den Versand, die Verpackung und dein Material abziehst. Viele Verkäufer sind dann überrascht. Hier findest du alle wichtigen Gebühren und ein vollständiges Rechenbeispiel.
Lieber gleich mit deinen eigenen Zahlen rechnen? Der kostenlose Etsy-Gebühren-Rechner zeigt dir in Sekunden, was von deinem Verkauf übrig bleibt – auf Wunsch auch mit Offsite Ads.
Die Etsy-Gebühren im Überblick
- Einstellgebühr: 0,20 US-Dollar pro Angebot, also knapp 0,20 Euro je nach Kurs. Sie fällt beim Einstellen an, bei jeder automatischen Verlängerung nach vier Monaten und bei jedem weiteren verkauften Stück eines Angebots.
- Transaktionsgebühr: 6,5 % auf den Artikelpreis plus Versandkosten und Geschenkverpackung.
- Zahlungsabwicklungsgebühr: in der EU meist rund 4 % plus 0,30 Euro pro Bestellung, berechnet auf den gesamten Bestellbetrag. Der genaue Satz hängt vom Land deines Bankkontos ab.
- Offsite Ads: 15 % des Bestellbetrags, wenn ein Verkauf über eine Etsy-Anzeige außerhalb von Etsy zustande kommt, zum Beispiel über Google oder Instagram. Ab 10.000 US-Dollar Jahresumsatz sinkt der Satz auf 12 %, dafür kannst du dich dann nicht mehr abmelden. Die Gebühr ist pro Bestellung gedeckelt.
- Währungsumrechnung: 2,5 %, wenn du in einer anderen Währung verkaufst, als du ausgezahlt bekommst.
- Etsy Ads (Anzeigen auf Etsy selbst): freiwillig, du legst das Tagesbudget fest.
In einigen Ländern kommt eine zusätzliche Regulierungsgebühr dazu, und je nach deinem Steuerstatus berechnet Etsy Umsatzsteuer auf die Gebühren. Was für dein Konto gilt, siehst du in deiner monatlichen Etsy-Abrechnung.
Rechenbeispiel: Ein Verkauf für 20 Euro
Du verkaufst einen Artikel für 20,00 € und verlangst 4,90 € Versand. Der Kunde zahlt also 24,90 €.
Etsy-Gebühren
- Transaktionsgebühr: 6,5 % von 24,90 € = 1,62 €
- Zahlungsabwicklung: 4 % von 24,90 € + 0,30 € = 1,30 €
- Einstellgebühr: ca. 0,19 €
- Zusammen: 3,11 €, das sind 12,5 % des Bestellbetrags
Deine eigenen Kosten
- Material: 4,50 €
- Porto: 4,30 €
- Verpackung: 0,80 €
Es bleiben 12,19 € für deine Arbeitszeit, Fotos, Kommunikation und Steuern.
Und wenn der Verkauf über Offsite Ads kam?
Dann kommen 15 % von 24,90 € dazu, also 3,73 €. Die Gebühren steigen auf 6,84 €, das sind 27,5 % des Bestellbetrags. Es bleiben nur noch 8,46 €.
Genau deshalb solltest du Offsite Ads in deinen Preis einrechnen. Du weißt vorher nie, welcher Verkauf über eine Anzeige kommt.
Die häufigsten Rechenfehler
- Gebühren auf den Versand vergessen. Transaktion und Zahlungsabwicklung fallen auch auf die Versandkosten an.
- Offsite Ads nicht einkalkuliert. Ein einzelner Verkauf kann dadurch fast keinen Gewinn mehr bringen.
- Kostenlosen Versand ohne Preisaufschlag anbieten. Dann zahlst du das Porto aus deiner Marge.
- Rabatte ohne Rechnung. Ein Rabatt von 20 % kann bei kleinen Margen den gesamten Gewinn auffressen.
- Nur auf das Auszahlungskonto schauen. Die Auszahlung zeigt nicht, was dich Material und Verpackung gekostet haben.
So setzt du Preise, die sich rechnen
- Rechne Material, Verpackung und Porto pro Stück genau aus.
- Lege fest, was dir eine Stunde Arbeit wert sein soll, und rechne deine Zeit pro Stück ein.
- Plane die Etsy-Gebühren mit ein, sicherheitshalber inklusive Offsite Ads.
- Prüfe, ab welchem Preis du überhaupt keinen Verlust mehr machst (Break-even). Wie das geht, steht im Ratgeber Break-even berechnen.
- Vergleiche dein Ergebnis mit ähnlichen Angeboten und passe es bei Bedarf an.
Diese Rechnung für jedes Produkt in deinem Shop? Der Etsy-Rechner Pro rechnet Einstellgebühr, Transaktionsgebühr, Zahlungsabwicklung, Offsite Ads, Regulierungsgebühr, Währungsumrechnung und Umsatzsteuer auf Gebühren ein. Du siehst den Mindestpreis, auch für den Fall, dass Offsite Ads greifen, und eine Ampel zeigt, ob ein Produkt Geld bringt. Läuft im Browser am Computer und auf Android, deine Daten bleiben auf deinem Gerät, Einmalkauf ohne Abo.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent nimmt Etsy insgesamt?
Ohne Offsite Ads kommst du meist auf etwa 10 bis 13 % des Bestellbetrags, je nach Preis und Land. Mit Offsite Ads können es 25 bis 30 % werden.
Kann ich Offsite Ads abschalten?
Ja, solange dein Shop in den letzten 12 Monaten unter 10.000 US-Dollar Umsatz hatte. Danach ist die Teilnahme Pflicht, dafür sinkt der Satz auf 12 %.
Sind die Etsy-Gebühren steuerlich absetzbar?
In der Regel ja, als Betriebsausgabe. Wie das bei dir genau aussieht, klärst du am besten mit deinem Steuerbüro.
Ändern sich die Gebühren?
Ja, Etsy passt Gebühren von Zeit zu Zeit an. Gleiche die Sätze deshalb regelmäßig mit deiner Abrechnung ab.
Den echten Gewinn automatisch sehen
Das Handmade & Etsy Seller Studio rechnet diese Rechnung für dich: Du liest deine Etsy-CSV-Dateien ein (bestellte Artikel, Bestellungen und die Monatsabrechnung mit den echten Gebühren), und die App zeigt dir Umsatz, Gebühren, Gewinn und deinen echten Stundenlohn pro Monat. Der Preisrechner nennt dir für jedes Produkt den Mindestpreis und einen empfohlenen Preis. Die Etsy-Gebühren sind vorbelegt und lassen sich anpassen. Die App läuft offline und ohne Abo, und sie braucht keinen Zugang zu deinem Etsy-Konto.
Stand der Gebühren: Oktober 2026, ohne Gewähr. Maßgeblich sind die aktuellen Gebühren auf der Etsy-Website und in deiner Abrechnung. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung. ProPraxisPlan ist unabhängig und nicht mit Etsy verbunden.